Wie viel verdient man als Pfleger in Deutschland?

Wie viel verdient man als Pfleger in Deutschland?

Wie viel verdient man als Pfleger in Deutschland ?

Wie viel verdient man als Pfleger in Deutschland ? In einem Kontext, wo Pflegebetriebe in Fachkräftemangel sind und nach neuem Personal suchen ist der Lohnangebot besonders wichtig.

Seit Jahren sind Beschäftigte in der Pflege überbelastet, in der Altenpflege sind es 19 Bewerber*innen für 100 offene Stellen, 39 für Krankenpflegefachkräften. Die letzte Studie der ETL-Advision Beratungsgruppe für Gesundheitswesen weist auf eine Spaltung zwischen Ost und West (inkl. Berlin) bei den Durchschnittsbruttostundenlöhne. Trotz dieser Unterschiede steigen Pflegelöhne in Deutschland kontinuierlich.

Große Lohnunterschiede zwischen Ost und West

Die ETL-Advision Studie zeigt ein breites Lohnspektrum in der Pflege. In der Region West (inkl. Berlin) sind Pfleger generell besser bezahlt mit durchschnittlich 297,54 Euro d.h. 10,1% mehr als in der Region Ost. Das monatliche Durchschnittsgehalt liegt bei 2.872,74 Euro in den westlichen Bundesländern gegen 2.872,74 Euro in den östlichen. Man findet die höchsten Löhne in Hamburg und Berlin, wo der Durchschnittsbruttostundenlohn 14,93 Euro und 14,92 Euro betrifft. Im Gegenteil verdient ein Pfleger am wenigsten in Thüringen, wo er 12,95 Euro gezahlt wird.

Quelle: ETL Advision Studie


Osten zahlt mehr und höheren Corona-Prämien

Als Antwort für die Sonderleistung der Pflegeeinrichtungen im Kontext der Corona Pandemie ist 2020 die Corona-Prämie eingerichtet worden. Im Gegenteil zum durchschnittlichen Lohn wurde die Corona-Prämie für die Altenpflege mehr im Osten verteilt. 70,8% der Pflegekräfte erhielten eine Prämie von bis zu 1.000 Euro gegen 53,5% in der Region West. Die verteilten Prämien waren nicht nur mehr verteilt, sondern auch durchschnittlich höher. In Sachsen-Anhalt wurde mit 1224,52 Euro die höchste Prämie verteilt, gegen 756,95 Euro in Bayern.

Wie erklären sich diese Unterschiede in Deutschland? 

Der Lohnunterschied in Deutschland erklärt sich u.a. mit der Auswertung der Qualifikationen, da die Prämie nach Qualifikation ausgezahlt wurde. In der Region Ost bekamen 70,8% aller Mitarbeiter in der allgemeinen Verwaltung die Prämie gegen nur 53,5% in der Region West. Dabei spielt der jeweilige Monatsbruttolohn in der Auswertung. Eine Pflegefachkraft mit PDL-Qualifikation verdient in der Region West mit Berlin nämlich 381,49 Euro mehr als in der Region Ost. Diese Unterschiede lassen sich auch für andere Qualifikationsgruppen nachvollziehen.

Allgemeine Erhöhung der Pflegelöhne in den letzten Jahren

Sogar wenn Unterschiede existieren sind die Löhne sowohl im Osten als im Westen in den letzten Jahren gestiegen. Die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne stiegen in den östlichen Bundesländern von 4,9% bis 6,6% im Vergleich zu 2019. Damit stiegen sie stärker als in den westlichen Bundesländern (inkl. Berlin). Die regionalen Unterschiede werden dadurch auch immer geringer. Im Jahr 2020 erhielten Pfleger in der Region West (inkl. Berlin) 10,1% mehr Bruttostundenlohn ohne Zulagen gegen 15,6% im Jahr 2018. Der Pflegefachkraftmangel spielte eine Rolle und Pflegelöhne in Deutschland waren allgemein in alle Qualifikationen über den 2020 maßgeblichen Pflegemindestentgelt. Die Löhne waren noch höher für Pflegefachkräfte mit Zusatzqualifikationen, die sogar mehr als das 2021 Pflegemindestentgelt erhielten.

Quelle: ETL Advision Studie


Welche Empfehlung für Pflegebetriebe? 

Der Wettbewerb ist groß und Betriebe suchen Lösungen, um neuen Mitarbeiter*innen zu gewinnen. Dabei müssen sie neben gute Entwicklungsmöglichkeiten auch attraktive Löhne anbieten und zahlen mehr als gesetzliche Pflegemindestentgelte. Die ETL Advision Studie gilt auch als Möglichkeit für Pflegedienste Anpassungen zu machen und sich direkt mit echten Lohndaten auseinanderzusetzen. Marc Müller (ETL Gruppe) weist auch auf die Zahlung des Pflegemindestentgelts. Pflegebetriebe müssen das richtige Gleichgewicht finden zwischen Zuschläge, Prämien und Zulagen finden, ohne den Mindestlohnanspruch zu vergessen.

Quellen:
ETL Studie – Lohnvergleich in der Pflegebranche, Ausgabe 2021
Tagesspiegel

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